Berlin - In Berlin leben derzeit etwa 120 Biber. Damit ist laut dem Wildtierexperten des Berliner Senats, Derk Ehlert, die Kapazitätsgrenze für Bibersiedlungen in der Hauptstadt erreicht. Wie der Tagesspiegel berichtet, lautete so die Antwort der Umweltverwaltung des Senats auf eine Anfrage der Berliner Grünen-Abgeordneten June Tomiak.

Das Problem sei, dass Biber sich wegen der hohen Population inzwischen auch abseits der für sie geeigneten Gewässer verbreiten würden. Beispiele dafür seien laut Ehlert der Spreekanal am Schloss, der Neuköllner Schifffahrtskanal und ein zeitweise fast trockengefallener Graben in Heiligensee. In der Innenstadt bevölkerten die Nager von Westen bis in den Tiergarten und von Osten bis etwa zur Oberbaumbrücke ungeeignete Gewässer. Ihre Anwesenheit lasse sich angesichts angenagter Bäume gut dokumentieren.

Ein mysteriöser Todesfall

Dabei kommt es bei den Bibern auch zu immer mehr Todesfällen. Mancherorts würden sie von selbst gefällten Bäumen erschlagen oder im Straßenverkehr getötet. Noch immer beschäftigen sich die Behörden auch mit einem Fall aus dem August 2020, als ein mutmaßlich von einem Menschen erschlagener Biber in Marzahn-Hellersdorf gefunden wurde. Derartige Taten seien nicht nur brutal, sondern auch sinnlos, wie Ehlert mahnt. Nicht bevölkerte Gebiete würden schnell von den Nagern wieder eingenommen.

Tomiak plädiert angesichts der Entwicklung der Biberpopulation dafür, mehr für das Thema zu sensibilisieren. Berlin solle „diesen Schatz von Stadtnatur“ noch mehr als bisher pflegen und bewerben.