Potsdam: Klimaaktivisten kippen Kartoffelbrei auf Gemälde von Monet

Die Letzte Generation hat im Museum Barberini britische Umweltaktivisten kopiert. Sie wollen mit der Aktion auf die Schönheit der Natur aufmerksam machen.

Eine Besucherin fotografiert Monets Gemälde „Getreideschober“ von 1890. Klimaaktivisten kippten auf das Bild Kartoffelbrei. 
Eine Besucherin fotografiert Monets Gemälde „Getreideschober“ von 1890. Klimaaktivisten kippten auf das Bild Kartoffelbrei. Imago/Martin Müller

Klimaaktivisten der Letzten Generation haben am Sonntag im Museum Barberini in Potsdam für Aufruhr gesorgt. Zwei Mitglieder der Gruppe kippten am frühen Nachmittag Kartoffelbrei auf Claude Monets „Les Meules“ (dt.: „Getreideschober“). Anschließend klebten sie sich an der Wand unter dem Bild fest. Unterstützer filmten die Aktion und veröffentlichten kurze Zeit später die Aufnahmen auf Twitter. 

In der Pressemitteilung der Aktivisten heißt es, sie hätten den 110 Millionen Dollar schweren Kunstschatz schweren Herzens verunstaltet. Sie wollten mit der Sachbeschädigung der Gesellschaft dieselbe Frage stellen wie die beiden jungen Frauen, die in der Nationalgalerie in London Tomatensuppe über eines der „Sonnenblumen“-Gemälde von Vincent van Gogh geschüttet hatten: „Was ist mehr wert, Kunst oder Leben? Immer mehr Menschen weigern sich, die fortschreitende Zerstörung und Gefährdung menschlichen Lebens auf unserer Erde stillschweigend hinzunehmen.“

Monets „Getreideschober“ sei bei der Aktion nicht beschädigt worden, versichern die Täterinnen und Täter. Eine 25-Jährige stellte sich vor das bekleckerte Bild und sagte: „Menschen hungern, Menschen frieren, Menschen sterben. Wir sind in der Klimakatastrophe. Und alles, wovor ihr Angst habt, ist Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem Gemälde.“

Die Sprecherin der Gruppe versuchte, die Aktion wie folgt zu rechtfertigen: „Monet liebte die Natur und hielt ihre einzigartige und fragile Schönheit in seinen Werken fest. Wie kann es sein, dass so viele mehr Angst davor haben, dass eines dieser Abbilder der Wirklichkeit Schaden nimmt, als vor der Zerstörung unserer Welt selbst, deren Zauber Monet so sehr bewunderte?“

Die Aktivisten der Letzten Generation fordern von der Regierung, schnellstmöglich Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um das Ausmaß der Klimakrise begrenzen zu können. Doch zunächst werden sich die Eindringlinge für die Aktion verantworten müssen. Die Polizei hat Ermittlungen gegen die Schmierfinken eingeleitet.