London/DublinRobert Fisk, einer der weltweit bekanntesten Nahost-Korrespondenten, ist tot. Der mehrfach preisgekrönte Journalist sei im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Dublin gestorben, berichtete die „Irish Times“. Fisks Arbeitgeber, der britische „Independent“, bestätigte am Montag seinen Tod. Die „New York Times“ bezeichnete ihn einst als den „vermutlich berühmtesten Auslandskorrespondenten Großbritanniens“.

Irlands Präsident Michael D. Higgins erklärte, mit Fisks Tod habe die Welt des Journalismus einen „ihrer ausgezeichnetsten Kommentatoren“ verloren. Der in England geborene Fisk hatte die irische Staatsbürgerschaft angenommen.

Von seinem Sitz in der libanesischen Hauptstadt Beirut aus berichtete Fisk über Krisen und Konflikte in der Region wie den Bürgerkrieg im Libanon, die sowjetische Invasion in Afghanistan oder die Irak-Kriege. Vieles davon verarbeitete er in seinem mehr als 1200 Seiten langen Buch „The Great War for Civilisation“. Darin beschreibt er unter anderem, wie er 1993 erstmals den damals noch weithin unbekannten späteren Al-Kaida-Chef Osama bin Laden interviewte.

Bekannt war Fisk auch für seine kritische Haltung gegenüber den USA. Seine Berichterstattung über Syriens Bürgerkrieg wurde kontrovers diskutiert. Dabei wurde ihm vorgehalten, gegenüber der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad zu unkritisch zu sein.