Probleme an der Front: Russland tauscht Vize-Verteidigungsminister aus

Die russischen Truppen sollen Probleme mit dem Nachschub haben. Um die Versorgung der Armee sicherzustellen, gibt es nun erste personelle Konsequenzen. 

Die stellvertretenden Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow, Timur Iwanow, Jurij Sadowenko, Tatjana Schwetsowa und Alexander Fomin (v. l.) nehmen an einer Videokonferenz teil. 
Die stellvertretenden Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow, Timur Iwanow, Jurij Sadowenko, Tatjana Schwetsowa und Alexander Fomin (v. l.) nehmen an einer Videokonferenz teil. imago/SNA

Wenige Tage nach der angekündigten Teilmobilmachung hat Russland die Ablösung des bisherigen Vize-Verteidigungsministers Dmitri Bulgakow angekündigt. Sein Nachfolger soll der General Michail Misinzew werden, der damit künftig „für die materielle und technische Versorgung der Streitkräfte“ zuständig ist, wie das russische Verteidigungsministerium am Samstag im Onlinedienst Telegram mitteilte. Zuletzt hatte Moskaus Einsatz in der Ukraine weitreichende logistische Probleme offenbart.

Misinzew leitete bislang das Kontrollzentrum für nationale Verteidigung und hatte bereits zahlreiche Führungsposten beim Militär inne. Der 60-Jährige ist wegen seiner Rolle bei der Belagerung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol mit westlichen Sanktionen belegt. Mariupol war im Mai unter großer Zerstörung von russischen Truppen eingenommen worden.

Experten: Logistik ist das schwache Glied in der russischen Armee

Bei Moskaus Militäreinsatz in der Ukraine hatten sich zuletzt neben den jüngsten Erfolgen der ukrainischen Streitkräfte erhebliche Mängel in der russischen Armee gezeigt. Einige Fachleute gehen davon aus, dass die Logistik das schwache Glied in der russischen Armee ist. Sie führen die Probleme bei der russischen Offensive zum Teil auf die logistischen Schwierigkeiten zurück.

In dieser Woche hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Teilmobilmachung von Hunderttausenden Menschen angekündigt. Dies stellt eine große organisatorische Herausforderung dar. Die Reservisten müssen aus allen Teilen des großen Landes einberufen, ausgerüstet, zu Trainingszentren und anschließend an die Front gebracht werden.