In Berlin fehlen 1000 Lehrkräfte, die Zahl der unbesetzten Stellen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Darüber klagt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Das Problem lasse sich an langjährigen Entwicklungstrends ablesen: Wachsende Schülerzahlen und zusätzliche Bedarfe für Inklusion, Berliner Universitäten, die alljährlich zu wenige Lehramtsabsolventen ausbilden, und die zunehmende Zahl Berliner Lehrkräfte, die nur noch in Teilzeit arbeiten, tragen zum Lehrermangel bei.

Weil immer weniger freie Lehrerstellen besetzt werden können, nimmt die Belastung des verbliebenen Lehrpersonals zu. In der Folge flüchtet bereits mehr als jede dritte Lehrkraft in Teilzeitarbeit – und verschärft damit den Personalmangel.

GEW spricht von „großem Mangel“

„Den Mangel kann ich nicht wegdiskutieren, das ist ein deutschlandweiter Trend“, sagte Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Pflichtstunden würden trotz des Lehrermangels allerdings nicht ausfallen. Es sei sichergestellt, dass die Stundentafel abgedeckt werde, so die Bildungssenatorin.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin, Tom Erdmann, sprach gegenüber dem RBB von einem „großen Mangel“ und kritisierte, dass die Bildungsverwaltung „keine Strategie“ habe, um gegenzusteuern. Besonders dramatisch sei die Personalsituation an den Grundschulen.

Erdmann bezweifelt, dass die geplante Verbeamtung von Lehrern an Berliner Schulen die Lage grundsätzlich verbessern wird. „Angeblich sitzen ja Hunderte Lehrer auf gepackten Koffern.“ Tatsächlich gebe es keine Zahlen, wie viele Pädagogen aus anderen Bundesländern nach Berlin wechseln wollen. Busse nannte die Verbeamtung dagegen einen „Mosaikstein“, um mehr Lehrer nach Berlin zu holen und für den Beruf zu gewinnen. Seit kurzem ist die Verbeamtung in Berlin wieder möglich. (mit dpa)