Berlin - Anhänger des teilbesetzten Hauses Rigaer Straße 94 haben versucht, das Büro von Baustadtrat Florian Schmidt zu stürmen. Wie eine Sprecherin der Berliner Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung sagte, seien am Freitag gegen 11 Uhr zehn bis 15 Personen mit Mund-Nasen-Schutz in das Rathaus Kreuzberg an der Yorckstraße eingedrungen. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten die Eindringlinge aufgefordert, das Haus zu verlassen. Doch die Linksradikalen seien zielgerichtet in die achte Etage gelaufen, wo sich das Büro des Grünen-Politikers befindet. 

Da Schmidt zu diesem Zeitpunkt nicht in seinem Büro war, sei es auf dem Flur zu einer verbalen Auseinandersetzung mit einer Mitarbeiterin gekommen. Daraufhin hinterließ die Gruppe zahlreiche Flyer mit der Aufschrift „Rigaer 94 bleibt!“ und flüchtete. Die Aktion sei der Polizei zufolge dem linksextremen Spektrum zuzuordnen.

„Die Personen konnten aufgrund der Mund-Nasen-Bedeckungen nicht eindeutig erkannt werden“, erklärte die Polizeisprecherin. Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch. 

Auf einer Internetseite bekennen sich Anhänger der Rigaer Straße 94 zu der Aktion, die sie als „Intervention“ betiteln. Dabei beziehen sie sich auf Äußerungen der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann und des Baustadtrates Florian Schmidt, die beide Politiker über das Haus in Medien getätigt haben sollen. Dabei ging es unter anderem um das Streitthema Brandschutz. 

Im Wortlaut heißt es in dem Schreiben unter anderem: „Wir verstehen das neuerliche Getöse als wiederholte Ankündigung zum Versuch der Zerstörung unseres Hauses, sei es durch Räumung, Teilräumung, Unbewohnbarmachung durch Bauarbeiter*innen oder Brandanschläge. Dies ist ein Aufruf, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass jederzeit der TagX eintreten kann“.