BerlinMehrere Hundert Menschen aus der linken und linksradikalen Szene demonstrieren seit Mittwochnachmittag in Berlin-Mitte gegen Corona-Kritiker und Kapitalismus. Die überwiegend schwarz gekleideten Demonstranten ziehen vom Nettelbeckplatz in Wedding Richtung Rosa-Luxemburg-Platz. Auf Transparenten steht unter anderem: „Ihr redet von Gesundheit, doch ihr meint Profite“ oder „Corona ist das Virus – Kapitalismus die Pandemie“. Zu sehen waren auch Fahnen der linksradikalen Antifa. Vereinzelt wurden Nebeltöpfe gezündet. 

Die Polizei sprach von rund 400 Teilnehmern, während Reporter vor Ort die Zahl der Demonstranten auf etwa 500 schätzten. Die Polizei begleitete die Demonstration mit einem größeren Aufgebot und beobachtete sie auch von einem Hubschrauber aus. Der Aufzug der Linken verlaufe nach Angaben eines Polizeisprecher „bisher überwiegend friedlich“. Es seien aber auch schon einzelne Demonstranten überprüft worden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte kurz zuvor davor gewarnt, dass von den Linksradikalen Gewalt ausgehen könnte. 

Für den Mittwoch waren in Berlin mehrere Demonstrationen angemeldet, die an der Route der geplanten „Querdenken“-Demonstration verlaufen. So versammelten sich am Rosa-Luxemburg-Platz nach Angaben der Polizei mehrere Dutzend Menschen, um gegen die sogenannten Querdenker zu protestieren, die seit Monaten gegen staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise mobilisieren.

Die für Mittwoch geplante „Querdenken“-Demonstration war bereits vergangene Woche verboten worden. Die meisten Gegenproteste finden dagegen trotzdem statt.