Bengaluru - Nach gewaltsamen Protesten von Arbeitern in einer iPhone-Fabrik in Südindien sind rund hundert Menschen festgenommen worden. „Die Situation ist jetzt unter Kontrolle“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Vorfälle vom Sonnabend würden nun untersucht. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt.

Der Vorfall ereignete sich in einer Fabrik des taiwanesischen Unternehmens Wistron Infocomm Manufacturing, die am Rande von Bengaluru im indischen Bundesstaat Karnataka liegt. Auf Videos im Internet war zu sehen, wie Glasscheiben mit Stangen zerschlagen und Lampen heruntergerissen werden. Ein Auto wurde zudem in Brand gesetzt.

Berichten lokaler Medien zufolge gaben die Arbeiter an, dass sie über Monate keinen Lohn erhalten hätten und zusätzliche Schichten machen müssten. Demnach beschäftigt die Fabrik etwa 15.000 Arbeiter, ein Großteil der Belegschaft werde aber über Vermittlungsagenturen beschäftigt, hieß es.

Wistron widersprach den Darstellungen. Das Unternehmen machte „unbekannte Personen, die von außen kamen“, für die Ereignisse verantwortlich. Der stellvertretende Regierungschef von Karnataka, C.N. Ashwathnarayan, verurteilte die Ausschreitungen. Seine Regierung werde sicherstellen, „dass die Rechte aller Arbeiter ordnungsgemäß geschützt“ und ausstehende Löhne gezahlt würden, schrieb er am Sonnabend auf Twitter.

Proteste gegen Arbeitsbedingungen kommen in Indien häufig vor, da Arbeiter häufig schlecht bezahlt werden und kaum Sozialleistungen erhalten. Erst im September hatte das Parlament die nationalen Arbeitsgesetze überarbeitet. Aktivisten bewerteten die Maßnahme jedoch als Rückschritt, da die Rechte zum Streiken beschnitten worden seien.