Berlin - Bei ihrem siebten globalen Klimastreik haben Aktivisten der Bewegung Fridays for Future am Freitag für mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung geworben. Aufgrund der Corona-Pandemie verzichteten sie dabei zumeist auf klassische Demonstrationen und wählten alternative Methoden, um Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erregen. Ein Mittel waren großflächige Botschaften auf Straßen.

Unter anderem hinterließen Aktivisten von Fridays for Future auf der Oberbaumbrücke über die Spree in Berlin einen gigantischen Schriftzug „Another world is possible“ (Eine andere Welt ist möglich). In Hamburg malten Mitstreiter der Bewegung großflächig die Botschaft „Wir alle für 1,5 Grad“ auf die Fahrbahn einer zentralen Einkaufstraße in der Innenstadt. Der Schriftzug solle vier Wochen bleiben, teilte Fridays for Future auf Twitter mit.

Foto: Imago/Christian Ditsch
Klimaaktivisten beim Bemalen der Oberbaumbrücke.

Unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises – keine leeren Versprechungen mehr – wollten die Organisatoren in mehr als 50 Ländern gegen die Förderung fossiler Brennstoffe und eine aus ihrer Sicht verfehlte und mangelhafte Klimapolitik protestieren.

Hannah Pirot von Fridays for Future Berlin erklärte dazu in einer Mitteilung, die Klimakrise betreffe schon heute Tausende Menschen weltweit. „Wir brauchen systemische Veränderungen, da die Klimakrise das Ergebnis von struktureller Ausbeutung an Menschen und ökologischer Zerstörung ist.“

Wegen Corona: Klimastreik teilweise ins Netz verlegt

Ein Teil des weltweiten Klimastreiks wird pandemiebedingt ab Mittag im Internet per Livestream übertragen. Die deutsche Mitorganisatorin Luisa Neubauer teilte schon am Morgen Bilder und Eindrücke über Twitter. Die Teilnehmer sind dazu aufgerufen, Fotos, die den individuellen Protest dokumentieren, auf einer digitalen Streikkarte auf der Website der Organisation hochzuladen. Die Seite sei am Mittag online gegangen, hieß es.

Deutschlandweit pochen die Aktivisten auf die Einhaltung der Pariser Klimaziele und das Ende der Förderung fossiler Brennstoffe. Im Superwahljahr 2021 wollen sie erreichen, dass alle Parteien in Deutschland den Klimaschutz in ihren Programmen verankern.