Nach dem Mord an einer feministischen Rechtsanwältin haben am Sonntag (Ortszeit) zahlreiche Frauen vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft des südmexikanischen Bundesstaats Puebla protestiert. Sie forderten, dass aufgeklärt wird, ob die Tat einen geschlechtsspezifischen Hintergrund hat, und kritisierten die Behörden, da sie nicht fähig seien, sich ausreichend mit Femiziden in Puebla zu beschäftigen.

Cecilia Monzón war am Samstag von Unbekannten von einem Motorrad aus mit mehreren Kugeln erschossen worden, während sie gerade mit ihrem Fahrzeug in der Stadt San Pedro Cholula unterwegs war. Die renommierte Anwältin hatte Frauen verteidigt, die Opfer von Gewalt geworden sind, und war in Scheidungsprozessen sowie Verfahren wegen Unterhaltszahlungen engagiert. Mehrfach hatte die feministische Aktivistin öffentlich die Untätigkeit der Justizbehörden kritisiert und Politikern die Förderung sexualisierter Gewalt vorgeworfen. In San Pedro Cholula war sie Kandidatin für die anstehende Bürgermeisterwahl.

In Mexiko sterben jeden Tag durchschnittlich mehr als zehn Frauen eines gewaltsamen Todes. Offiziellen Zahlen zufolge wurden 2021 mehr als 1000 Frauen Opfer eines Femizids, sie wurden also aus geschlechtsspezifischen Gründen ermordet. In diesem Jahr waren es bislang 234. Die meisten der Fälle bleiben straflos.