Protest: Apotheken in Brandenburg schließen ab Mittwochmittag

Aufgrund der geplanten Honorar-Kürzungen hat der Apothekerverband Brandenburg zu einer halbtägigen Schließung der Apotheken aufgerufen.

In Brandenburg wollen zahlreiche Apotheker am Mittwoch vorzeitig ihre Geschäfte schließen.
In Brandenburg wollen zahlreiche Apotheker am Mittwoch vorzeitig ihre Geschäfte schließen.dpa/Hauke-Christian Dittrich

Aus Protest gegen geplante Honorar-Kürzungen hat der Apothekerverband Brandenburg zu einer halbtägigen Schließung der Apotheken im Land aufgerufen. Die Apotheken sollen heute Nachmittag mit Ausnahme der Dienstbereitschaften schließen. Der Apothekerverband rechnet mit einer großen Beteiligung im ganzen Land. „Wir haben dazu Rückmeldungen aus allen Regionen“, sagte Verbands-Geschäftsführer Mathias Braband-Trabandt. Zu der Protestaktion wurde auch im Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein aufgerufen.

Hintergrund sei, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plane, zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen das Honorar der Apotheker pro verschreibungspflichtigem Medikament zu kürzen. „Dieser Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Lauterbach ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagte der Vorsitzende des Brandenburger Apothekerverbands, Olaf Behrendt. „Die Energiepreise explodieren, die Inflation galoppiert, die Nebenkosten steigen und zehn Jahre keine Honoraranpassung bei den Apotheken.“

Diese Kürzung könne dazu führen, dass weitere Apotheken schließen wüssten, weil sich das Geschäft nicht mehr lohne, warnte Braband-Trabandt. Seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 hätten bereits 22 Brandenburger Apotheken geschlossen, davon allein 12 in diesem Jahr. Damit würden für die Patienten gerade in ländlichen Gebieten die Wege zur nächstgelegenen Apotheke länger. Nach Angaben des Verbands gibt es in Brandenburg rund 560 Apotheken.