Das Titelblatt des Sonderhefts des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ mit der Titelzeile „Tout ça pour ça“ zur Erinnerung an den Anschlag auf die Redaktion.
Foto: dpa/--/Charlie Hebdo

ParisMehr als fünf Jahre nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ beginnt am Mittwoch der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Attentäter (10 Uhr). Vor einem Pariser Schwurgericht müssen sich elf Verdächtige wegen „Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe“ verantworten. Drei weitere Männer sind in Abwesenheit angeklagt, sie werden mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die Verdächtigen sollen ein islamistisches Brüderpaar unterstützt haben, das im Januar 2015 die Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“ stürmte und zwölf Menschen tötete, darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Zudem sollen sie einen weiteren Islamisten unterstützt haben, der danach eine Polizistin tötete sowie vier Kunden eines von Juden besuchten Supermarktes. Den Angeklagten drohen Haftstrafen bis zu „lebenslänglich“.

„Charlie Hebdo“ reagiert auf den Beginn des Strafprozesses erneut mit Mohammed-Karikaturen. Das Sonderheft mit der Titelzeile „Tout ça pour ça“ (etwa: „Viel Lärm um nichts“) solle am Mittwoch erscheinen, teilte das Blatt auf Twitter mit.

„Wir werden niemals kuschen. Wir werden niemals aufgeben“, erklärte „Charlie Hebdo“-Herausgeber und Karikaturist Laurent Sourisseau alias Riss laut der Nachrichtenagentur AFP. In einem Editorial des Blattes heißt es, dass alle Zeichnungen, die ursprünglich im Jahr 2005 von der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlicht und ein Jahr später von „Charlie Hebdo“ übernommen wurden, auf die Titelseite der neuen Ausgabe gehoben wurden. Daneben zeige das Heft auch eine Karikatur des islamischen Propheten, die vom Zeichner Cabu stamme, der bei dem Terroranschlag 2015 getötet wurde. Mohammed-Karikaturen galten damals als Hintergrund der Attacke auf die Redaktion.