Aachen - Vor dem Landgericht Aachen wird am Donnerstag ab 8 Uhr weiter gegen einen Anwalt verhandelt, der ein NSU-Opfer erfunden haben soll. Erwartet wird das Plädoyer der Verteidigung. Der 52 Jahre alte Anwalt aus Eschweiler ist wegen Betrugs angeklagt. Er vertrat nach Angaben der Staatsanwaltschaft beim NSU-Prozess in München ein Opfer des Nagelbombenanschlags der Rechtsterroristen in der Kölner Keupstraße. Dieses Opfer gab es aber gar nicht. Dafür habe der Anwalt mehr als 200.000 Euro aus der Staatskasse bezogen.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Auch solle der Jurist für zwei Jahre seinen Beruf im Strafbereich nicht mehr ausüben dürfen. Der Angeklagte hat sich demnach des gewerbsmäßigen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung schuldig gemacht, so die Staatsanwaltschaft. Das Plädoyer der Anklage dauerte fast vier Stunden.

Der Angeklagte hingegen bestreitet die Vorwürfe. Er gibt an, stets in gutem Glauben gehandelt zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass das NSU-Opfer tatsächlich existiere. Erwartet wird, dass das Plädoyer der Verteidigung mehrere Stunden dauern wird. Das Urteil soll am 30. November gesprochen werden.