Berlin  - Der psychosoziale Dienst der Hauptstadt-Polizei hat im Corona-Jahr 2020 mehr als 400 Beamte beraten und betreut. Auch bei der Polizei gebe es in der Corona-Pandemie Ängste und Verunsicherung, sagte der Leiter des Dienstes, Jan Hülsenbeck, der Deutschen Presse-Agentur. Es seien deutlich mehr Erstgespräche als in den Jahren zuvor gewesen. Es sei um belastende Einsätze bei Demonstrationen ebenso gegangen wie um persönliche Sorgen etwa durch Trennungen oder familiäre Probleme durch den Schichtdienst.

„Reden hilft“, betonte der Polizeipsychologe. Alkohol hingegen helfe manchmal nur kurz, um Belastungen auszugleichen und runterzukommen, langfristig sei das aber ein großer Risikofaktor. Noch vor 20 Jahren kam es selten vor, dass Polizisten psychische Probleme offenbarten und sich Hilfe holten, wie Hülsenbeck einschätzte. Heute sei das aber immer akzeptierter.

Wer allein zu Hause bleibe und vielleicht seinen Tagesrhythmus verliere, riskiere, dass die Probleme chronisch werden und der Weg zurück in den Dienst immer schwieriger. Die, die den ersten Schritt schaffen und Hilfe suchen, „die wollen etwas verändern, und wir kriegen es meist gut hin, dass sie zurück in den Dienst können“.