Um der rasant steigenden Inflation in Russland etwas entgegenzusetzen, hat Kreml-Chef Wladimir Putin die Erhöhung der Renten und Sozialleistungen angekündigt. „Ab dem 1. Juni werde ich die Renten um zehn Prozent erhöhen“, sagte Putin bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Beamten und Regionalgouverneuren am Mittwoch. Auch der Mindestlohn soll angehoben werden.

Putin zufolge werden mit seiner Rentenmaßnahme die Pensionen „stärker als die Inflation“ steigen. Die Inflation erreichte im April 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit den höchsten Stand seit 20 Jahren. Laut Putin, der sich auf Experten berief, soll sich jedoch der Anstieg der Inflation verlangsamt haben und für das gesamte Jahr 15 Prozent nicht überschreiten.

Putin versprach auch, den Mindestlohn ab Juni um 10 Prozent auf 15.279 Rubel (umgerechnet 240 Euro) anzuheben. Zudem sollen andere Leistungen erhöht werden, insbesondere für Frauen im Militär mit kleinen Kindern.

Die Auswirkungen der strengen westlichen Sanktionen gegen Russland beginnen die russische Wirtschaft zu belasten. Die Rekord-Inflation und die Umstellung vieler Menschen auf Teilzeitarbeit haben die Kaufkraft der Russen beeinträchtigt. Die meisten haben keine nennenswerten Ersparnisse.

Die russische Regierung geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um bis zu 8,8 Prozent schrumpfen wird, während die Zentralbank eine pessimistischere Prognose von 8 bis 10 Prozent abgibt.