Die russische Führung hat westlichen Staaten im Umgang mit Russland Nazi-Methoden vorgeworfen. Präsident Wladimir Putin verglich die Absage von Auftritten russischer Künstler im Westen am Freitag mit den Bücherverbrennungen der Nazis. Zuvor hatte Außenminister Sergej Lawrow Äußerungen europäischer Politiker bereits mit denen von Adolf Hitler verglichen.

„Heute versucht man, ein tausend Jahre altes Land auszulöschen – ich spreche von der fortschreitenden Diskriminierung von allem, was mit Russland in Verbindung steht“, sagte Putin in einem im Fernsehen übertragenen Gespräch mit Künstlern. „Das letzte Mal, dass eine solche Massenkampagne zur Vernichtung unerwünschter Literatur ausgeführt wurde, war vor fast 90 Jahren von den Nazis in Deutschland. Wir erinnern uns noch gut an die Bilder von brennenden Büchern auf öffentlichen Plätzen.“

Lawrow bezog sich besonders auf westliche Wirtschaftssanktionen: „Man hat uns einen wahrhaft totalen hybriden Krieg erklärt“, sagte er. Viele europäische Politiker würden derzeit „mit diesem Begriff aus dem Deutschland unter Hitler“ erklären, „was sie mit Russland machen wollen“. Aus ihrem Ziel – „die russische Wirtschaft als Ganzes zu zerstören, zu brechen, zu vernichten, zu ersticken“ – machten sie keinen Hehl, sagte der Außenminister.

Russland ist seit Beginn seines Militäreinsatzes in der Ukraine Ziel westlicher Sanktionen von beispiellosem Ausmaß. Sie richten sich unter anderem gegen das Finanzsystem, Lieferketten und die Währung des Landes. Moskau führt an, in der Ukraine gegen „Nazis“ zu kämpfen.

Die zentrale Rolle der Sowjetunion beim Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg spielt in Putins patriotischer Rhetorik seit Langem eine wichtige Rolle. In den vergangenen Wochen hatte er wiederholt Begriff aus der Nazi-Zeit verwendet und etwa einen wirtschaftlichen „Blitzkrieg“ des Westens angeprangert oder Sanktionen mit „antisemitischen Pogromen“ verglichen.