Frankfurt/Main - Trotz des Verbots einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen sind am Samstag in Frankfurt sowohl Anhänger der sogenannten Querdenken-Bewegung als auch Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. Die Stadt hatte die Demonstration zuvor verboten, der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel das Verbot bestätigt. Auch ein Eilantrag der Initiative vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte.

Zwei kleine Versammlungen mit „einer Handvoll“ Personen  wurden aufgelöst, teilte ein Polizeisprecher mitteilte. „Diese standen im direkten Kontext mit der verbotenen Veranstaltung“, hieß es. Unterdessen trafen sich demnach um die 450 Gegendemonstranten zu einer Kundgebung und starteten von dort einen Demonstrationszug. Die Querdenken-Bewegung  hatte ihre Unterstützer dazu aufgerufen, trotz des Verbots nach Frankfurt zu kommen und spontane Versammlungen anzumelden.

Zwischenzeitlich wurde die Stimmung aufgeladener, als beide Gruppen an der Hauptwache in der Innenstadt aufeinandertrafen, so ein Polizeisprecher. Die Beamten drohten mit dem Einsatz von Wasserwerfern, konnten die Gruppen aber schließlich trennen, hieß es offiziell. Ob oder wie viele Festnahmen es gab, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Die Polizei war mit Hundertschaften aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

Auch ein Eilantrag der Organisatoren einer geplanten Querdenken-Demonstration in Dresden wurde vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt. Dennoch angereiste mutmaßliche Teilnehmer wurden nach Angaben der Polizei gestoppt, Busse zurückgeschickt und eine Gruppe von angeblich sogenannten Hooligans, die sich aggressiv verhalten haben soll, in Gewahrsam genommen. Bis zum Nachmittag blieb die Lage insgesamt aber ruhig, hieß es. An einer Gegendemonstration beteiligten sich nach Einschätzung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur von vor Ort etwa 80 bis 100 Menschen.