Nach seiner Verurteilung wegen Sexhandels und Erpressung steht das Strafmaß für Sänger R. Kelly noch aus. Die Staatsanwaltschaft fordert mehr als 25 Jahre Gefängnis für den einst gefeierten Künstler, wie das US-Magazin Billboard berichtet. Kelly habe „fast 30 Jahre lang eine Strafe vermieden und muss nun zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es. Das Strafmaß soll am 29. Juni verkündet werden.

R. Kelly war im September vergangenen Jahres in neun Anklagepunkten im Zusammenhang mit dem Missbrauch und der Ausbeutung Minderjähriger verurteilt worden. Laut Billboard will der Sänger Berufung gegen das Urteil einlegen, allerdings erst, wenn er das Strafmaß erfahren hat.

Staatsanwälte: „Gefahr für die Öffentlichkeit“

In ihrem Antrag schrieben die Staatsanwälte: „Einfach gesagt, die Verbrechen des Angeklagten waren kalkuliert, methodisch und Teil eines langjährigen Musters“. R. Kelly habe seine Plattform als Star und sein Netzwerk genutzt, „um Zugang zu Teenagern zu erhalten, von denen viele besonders gefährdet waren, und dann um sie für seinen persönlichen Vorteil und seine sexuelle Befriedigung auszunutzen“.

Weiter hieß es über Kelly: „Er stellt eine ernsthafte Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Seine Handlungen waren dreist, manipulativ, kontrollierend und erzwingend. Er hat weder Reue noch Respekt vor dem Gesetz gezeigt.“ Es sei davon auszugehen, dass Kelly, wenn er Gelegenheit habe, erneut Straftaten begehen werde.

Kellys Anwältin Jennifer Bonjean hatte für ihren Mandanten eine Freiheitsstrafe von weniger als 14 Jahren gefordert. Das Mindeststrafmaß beträgt zehn Jahre.