Die baden-württembergische Stadt Walldorf hat eine Ausgangssperre für Katzen erteilt. Wie der Südwestrundfunk (SWR) mitteilt, dürfen freilaufende Katzen im südlichen Teil der Stadt bis Ende August nicht mehr ins Freie. Grund dafür ist der Schutz der seltenen Haubenlerche, die zu diesem Zeitpunkt brütet.

Die Katzen würden sich „mit hinreichender Wahrscheinlichkeit regelmäßig bzw. immer wieder und nicht nur zufällig in den Aufenthaltsbereich von Haubenlerchen begeben“. Dies gefährde den Bestand der seltenen Vögel, so das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises in einer Mitteilung.

Halter müssen mit Bußgeld rechnen

Wer seine Katze im Geltungsbereich nicht einsperrt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 500 Euro rechnen. Der Bürgermeister der Stadt, Matthias Renschler (FDP) nannte dies „realitätsfremd“. Der Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf will den Hausarrest nun juristisch überprüfen lassen. Außerdem weist der Verein darauf hin, dass Katzenhalter verpflichtet seien, sich über die Verfügung zu informieren und das Recht haben, fristgerecht Widerspruch einzulegen.

Der Bestand der Haubenlerche in Westeuropa wird als „hochgradig gefährdet“ eingeschätzt. Die Weibchen bauen gut getarnte Nester am Boden, häufig an Böschungen und Steinmauern.