Nur für Menschen bis 60: Polen verteilt kostenlose Jodtabletten

Polens Regierung bereitet sich auf eine atomare Katastrophe vor. Menschen bis 60 Jahre können sich Jodtabletten in Schulen, Rathäusern und an Feuerwachen abholen.

Eine Frau schneidet eine Packung Jodtabletten ab. Nun möchte auch Polen im Falle einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine Menschen bis 60 Jahre mit Jodtabletten versorgen.
Eine Frau schneidet eine Packung Jodtabletten ab. Nun möchte auch Polen im Falle einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine Menschen bis 60 Jahre mit Jodtabletten versorgen.AP/dpa/Leo Correa

Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen ukrainischen und russischen Streitkräften nahe des Atomkraftwerks in Saporischschja haben die polnische Regierung veranlasst, Verteilungsstellen für kostenlose Jodtabletten im ganzen Land einzurichten. Zunächst sollen allerdings nur Bürger bis 60 Jahre die Medikamente erhalten, die die Schilddrüse vor einer möglichen Exposition und vor der Aufnahme von schädlichem, radioaktivem Jod schützen sollen, berichtet Euronews.

Polens Vize-Innenminister Blazej Pobozy sagte, man bereite sich so auf den Fall eines Unfalls in einem Kernkraftwerk vor. „Im Moment besteht keine wirkliche Gefahr einer radioaktiven Verseuchung, aber wir wollen auch auf die unmöglichen Varianten vorbereitet sein“, so der Politiker.

Berechtigte Bürger können sich  die Jodtabletten in Schulen, Rathäusern sowie an Feuerwachen abholen. Das Verfahren zur Tablettenabgabe soll reibungslos sein, ohne zusätzliche Überprüfung der Antragstellenden. „Es wird so ablaufen, dass alle Personen, die dieses Präparat einnehmen möchten, zur Ausgabestelle kommen müssen“, sagte der Stadtsekretär von Milowanek. Jodtabletten würden auch „an Kinder mit schriftlicher Zustimmung der Eltern abgegeben“.