Berlin - Die Bewohner des linksautonomen Bauwagencamps „Köpi-Platz“ wollen die für nächste Woche geplante Räumung des Geländes mit einem Eilverfahren vor dem Kammergericht stoppen. Die Chancen stünden gut, sagte ihr Anwalt Moritz Heusinger am Freitag bei einer Pressekonferenz am Gelände in Berlin-Mitte.

Zugleich kündigten die Bewohner Widerstand an, sollte es doch zur Räumung am 15. Oktober kommen. „Ich möchte das noch einmal ganz klar stellen, dass wir nicht kampflos aufgeben, sondern dass wir alles, was uns zur Verfügung steht, nutzen werden, um diese Räumung zu verhindern“, sagte eine Sprecherin, die sich Finikunde nennt.

Die sogenannte Köpi-Wagenburg an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Im Juni hatte das Landgericht die Räumung des Grundstücks mit den bewohnten Bauwagen angeordnet. Geklagt hatte der Grundstückseigentümer, der eine Baugenehmigung für das 2600 Quadratmeter große Grundstück hat. Das ebenfalls zum Projekt gehörende Haus auf dem Gelände ist von der Räumung nicht betroffen.

Köpi-Bewohner: Hauseigentümer soll Unterschrift gefälscht haben

Die Bewohner rechnen sich in einem Berufungsverfahren Chancen aus, weil nach ihrer Darstellung eine Unterschrift des Hauseigentümers gefälscht sein könnte. Dies habe ein Schriftgutachten ergeben, das seit Donnerstag vorliege, sagte Anwalt Heusinger. Stimme die Unterschrift nicht, sei der Eigentümer beim Prozess im Juni nicht vorschriftsmäßig vertreten gewesen. Damit gebe es Aussichten, das Urteil in der Berufung zu kippen, sagte der Jurist. In den nächsten Tagen wolle er zunächst mit einem Eilantrag die Räumung stoppen lassen.

Die Bewohner bezeichnen das Bauwagencamp als autonomen Lebensraum. Nach Angaben von Finikunde leben dort bis zu 50 Menschen. Zudem gebe es Kultur- und Sporteinrichtungen.