Berlin - Am Freitag will die Berliner Polizei die linksalternative Wagenburg „Köpi-Platz“ in Mitte räumen. Da mit Gegenwehr und Ausschreitungen zu rechnen ist, werden hunderte Beamte im Einsatz sein. Die Polizei hat am Dienstag mitgeteilt, welche Straßen im Bereich rund um die Köpenicker Straße gesperrt werden. Auf den betroffenen Straßen soll auch die Versammlungsfreiheit eingeschränkt werden. Die Verbote gelten 33 Stunden lang. 

„Anlässlich einer gerichtlich verfügten Räumung werden der Gemeingebrauch von öffentlichen Flächen und die Versammlungsfreiheit vom 14. Oktober 2021, 15 Uhr, bis 15 Oktober 2021, 23.59 Uhr in begrenzten Bereichen des Stadtteils Mitte eingeschränkt“, erklärte die Behörde.

Innerhalb dieses Zeitraumes dürfen auf folgenden Straßen keine Versammlungen und Aufzüge stattfinden: Köpenicker Straße zwischen Haus-Nummer 140 und Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich), Adalbertstraße zwischen Köpenicker Straße und Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich), Melchiorstraße/Adalbertstraße (einschließlich Kreuzungsbereich) Bona-Peiser-Weg zwischen Köpenicker Straße und Paula-Thiede-Ufer Paula-Thiede-Ufer zwischen Bona-Peiser-Weg und Engeldamm (einschließlich Gehweg zwischen Schillingbrücke und Engeldamm in Höhe Haus-Nummer 4). 

Grafik: Polizei Berlin
In dem orangefarbenen Bereich werden am 14. und 15. Oktober Passanten genau kontrolliert. Außerdem dürfen in dem Zeitraum an den betroffenen Straßen keine Fahrzeuge stehen. 

Nur Anrainern und deren Besuchern ist die Nutzung der Straßen erlaubt. In Einzelfällen werden bei Notfällen oder dringlichen Einsätzen Ausnahmen gemacht, so die Polizei.

Das Abstellen von Fahrzeugen (auch mit Sonder- und Ausnahmegenehmigungen), Fahrrädern, motorisierten Zweirädern oder mobilen Behältnissen (insbesondere Kleidercontainer, Müllbehälter) ist in den eingerichteten Haltverbotszonen bereits ab dem 14. Oktober 2021, 13 Uhr untersagt. Bereits dort abgestellte Fahrzeuge oder Gegenstände müssen aus Sicherheitsgründen entfernt werden. 

Bewohner bauen „Köpi“-Wagenburg zur Festung um

Die Bewohner haben sich bereits auf den Polizeieinsatz vorbereitet. Der Zaun um das Grundstück wurde auf mehr als vier Meter erhöht und zum Teil mit Blechplatten verstärkt. Hier und da wurde Stacheldraht verbaut. Eine Hoffnung haben die Bewohner noch: Die Räumung soll kurz zuvor mit einem Eilverfahren vor dem Kammergericht gestoppt werden. Die Chancen stünden gut, sagte ihr Anwalt Moritz Heusinger am vergangenen Freitag.

Die sogenannte „Köpi“-Wagenburg an der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Im Juni hatte das Landgericht die Räumung des Grundstücks mit den bewohnten Bauwagen angeordnet. Geklagt hatte der Grundstückseigentümer, der eine Baugenehmigung für das 2600 Quadratmeter große Grundstück hat. Das ebenfalls zum Projekt gehörende Haus auf dem Gelände ist von der Räumung nicht betroffen.

Die Bewohner bezeichnen das Bauwagencamp als autonomen Lebensraum. Nach eigenen Angaben leben dort bis zu 50 Menschen. Zudem gebe es Kultur- und Sporteinrichtungen.