Berlin - Nach der Räumung des Obdachlosencamps am Freitagabend an der Rummelsburger Bucht reißen die Diskussionen nicht ab. Am Sonntagabend gab es nach ersten Erkenntnissen eine Demo mit etwa 300 Teilnehmer aus der mutmaßlich linken Szene. Mit der Aktion wehrten sie sich gegen das auch ihrer Sicht unrechtmäßige Vorgehen des Bezirks Lichtenberg.  

Kritiker werfen dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Kevin Hönicke (SPD) vor, das Camp nicht allein wegen des Wintereinbruchs aufgelöst zu haben. Etwa 100 Menschen ohne Obdach wurden am Freitagabend woanders untergebracht. Bald sollen unweit des Lagers  Wohnungen und die Touristen-Attraktion „Coral World“ entstehen. Die Bagger für den Abriss des Geländes stehen schon bereit.  

Hönicke und auch Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) reagierten am späten Sonntagabend auf Anfragen des Tagesspiegel. Ein Abriss sei aus ihrer Sicht nicht geplant. Breitenbach will sogar untersuchen lassen, ob bei der Räumung Eigentum zerstört worden ist. Hönicke sagte: Wenn es doch eine Räumung gebe, dann nur, wenn die Grundstückseigentümerin dies veranlasse.