Berlin - Auch große Teile der Polizei lehnen den Vorstoß der Kanzlerin ab, 3G in Zügen umzusetzen. Die DPolG hat ihre ablehnende Haltung der Pläne bekräftigt, den Personentransport in Zügen nur noch genesenen, geimpften oder getesteten Personen zu gestatten. „Das ist jenseits der Lebenswirklichkeit“, kritisierte DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt. Er sehe „keine Möglichkeit, Reisende vor dem Einstieg in einen Zug zu kontrollieren“.

Wendt:„Was schon in Zeiten höchster Terrorgefahren nicht realisiert werden könne, wäre auch jetzt nicht durchführbar, zumal die Bahn das dafür erforderliche Personal nicht einmal ansatzweise zur Verfügung hat.“

Kontrollen auf allen Bahnhöfen sind ein „Ding der Unmöglichkeit“

Dass die Bundespolizei diese Kontrollen durchführt, lehnt auch der Vorsitzende der DPolG-Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, ab. Er sagt: „Ein Zug hat viele Eingänge, es ist ein Ding der Unmöglichkeit, auf über 5000 Bahnhöfen auf jedem Bahnsteig in Deutschland Polizeikräfte bereitzuhalten, die alle Fahrgäste im Blick haben. Ein Zug ist nun einmal kein Flugzeug, bei dem man vor dem Einstieg alle Passagiere kontrolliert.“

Auch sporadische Kontrollen während der Fahrt dürften „massive Widerstände“ hervorrufen, die sowohl das Begleitpersonal in den Zügen als auch die Bundespolizei vor große Herausforderungen stellen würde. Heiko Teggatz: „Wir müssen uns auf die notwendigen Maßnahmen zur Terrorabwehr, Kriminalitätsbekämpfung und Grenzsicherung konzentrieren, solche Gedankenspiele aus dem Kanzleramt verunsichern die Bevölkerung zusätzlich.“