Berlin - Der Prozess gegen den Rapper Fler ist wegen einer Erkrankung des Musikers unterbrochen worden. Die Verteidigung des 38-Jährigen habe ein Attest vorgelegt, nach dem der Angeklagte derzeit verhandlungsunfähig sei, gab der Vorsitzende Richter am Amtsgericht Tiergarten bekannt. Zur Vermeidung einer Aussetzung des Verfahrens soll ein weiterer Verhandlungsversuch am 27. November – dem letzten Tag innerhalb der möglichen dreiwöchigen Unterbrechungsfrist – unternommen werden.

Sollte Fler dann weiterhin wegen Erkrankung nicht erscheinen können, müsste das Verfahren ausgesetzt und neu begonnen werden, so der Richter. Dem Rapper wird unter anderem Beleidigung, Sachbeschädigung, versuchte Nötigung und Fahren ohne Führerschein vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte immer wieder verschiedene Menschen beleidigt. Im Internet habe er einen anderen Künstler als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ bezeichnet.

Der Musiker soll laut Anklage zudem wiederholt Polizisten minutenlang beschimpft haben. Einem Journalisten soll er gedroht haben, ihm die Zähne auszuschlagen. Am ersten Prozesstag am 4. November hatte Fler zu den Vorwürfen geschwiegen. Einer der Verteidiger hatte erklärt, die angeblichen Beleidigungen seien im Lichte der Meinungsfreiheit zu sehen und im Kontext zu betrachten. Beleidigungen seien im Rapper-Milieu üblich und auch Ausdruck der künstlerischen Freiheit.