Berlin - Eine Satiresendung des Bayerischen Rundfunks (BR) steht massiv in der Kritik. Der Satiriker Helmut Schleich hat in seiner am Donnerstagabend ausgestrahlten Sendung „SchleichFernsehen“ einen schwarzen Politiker dargestellt, der Deutschland Tipps für die Bewältigung der Corona-Pandemie gibt. Wie der Spiegel berichtete, bediente sich Schleich dabei des „Blackfacing“ – dabei treten weiße Schauspieler schwarz angemalt auf. Schon lange wird dies als rassistisch angesehen.

Der Journalist Malcolm Ohanwe machte auf Twitter auf die Sendung aufmerksam. Er sei „fassungslos“. Seiner Kritik schlossen sich viele andere Twitter-Nutzer an, Rufe nach Konsequenzen wurden laut. Auch Tänzerin Motsi Mabuse twitterte zu dem Vorfall. An diesem Punkt seien solche Vorfälle nur noch unsensibel, beleidigend und vor allem rassistisch.

Eine Sprecherin des BR teilte mit, die Diskussionen zum Thema Blackfacing und der damit verbundenen Problematik seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld der Sendung intensiv mit Helmut Schleich diskutiert worden. „In einem Satireformat muss dem Künstler aber auch ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden. Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus.“ Weiter teilte der BR mit: Die Kunstfigur Maxwell Strauß sei ausdrücklich eine Karikatur von Franz Josef Strauß und sei als solche nicht losgelöst vom Text zu beurteilen: Inhalt des Beitrages sei das autoritäre Machtverständnis der Kunstfigur Maxwell Strauß.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk musste sich bereits mehrfach Rassismus-Vorwürfen stellen. Zuletzt gab es nach der WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ einen Shitstorm. Der Sender entschied sich daraufhin, einen Schwerpunkt zum Thema Rassismus zu senden.