Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse steht weiter wegen früherer Äußerungen in der Kritik, gegen sie werden Rassismus-Vorwürfe erhoben. Elternvertreter fordern nun eine Erklärung von der SPD-Politikerin. 2009 gab Busse, damals Schulleiterin einer Grundschule in Neukölln, der Süddeutschen Zeitung ein Interview. Sie sagte damals über migrantische Familien in dem Bezirk: „Sie bleiben einfach untereinander. Man muss sich hier ja auch gar nicht mehr integrieren. Man nimmt das Viertel in Besitz, und man lässt sich pampern.“ Familien mit vielen Kindern bekämen 3000 bis 3500 Euro im Monat, eine Küchenfrau dagegen sieben Euro brutto pro Stunde, erklärte sie. Ihre Äußerung nahm der ehemalige Berliner Finanzsenator und umstrittene Autor Thilo Sarrazin später in einem seiner Bücher auf.

2018 sagte Busse der Bild/B.Z.: „Von wegen dritte, integrierte Migranten-Generation. Man holt sich immer noch den Ehepartner aus dem früheren Heimatland. Wieder ein Elternteil, das kein Deutsch kann.“

Der Landesschulbeirat, ein Gremium aus Eltern, Schulleitungen und Schülern, äußert sich „irritiert“ über die Äußerungen und fordert eine Stellungnahme. Die Berliner Morgenpost zitiert aus einem Schreiben von Eltern und Schüler, in dem es heißt: „Wir wüssten zum Beispiel gern, ob ihre Einstellung heute eine andere ist als damals.“

Die Berliner Bildungsverwaltung erneuerte ihre Erklärung, die sie schon vor zwei Wochen abgegeben hat, als die Vorwürfe aufgetaucht waren. Die Erklärung lautet: Die Rassismus-Vorwürfe werden entschieden zurückgewiesen. Astrid-Sabine Busse habe jahrzehntelang eine multikulturelle Schule geleitet und auch ein multikulturelles Pädagogenteam aufgebaut. Ihr Verhalten sei kein Rassismus. Zu den SZ-Äußerungen, die Thilo Sarrazin aufgegriffen hatte, teilte die Bildungsverwaltung mit: „Die Veröffentlichung liegt schon weit über ein Jahrzehnt zurück, und Frau Busse ist ohne ihr Wissen in dem Buch zitiert worden. Allgemein ist festzustellen, dass Frau Busse als Senatorin eine andere Tonalität pflegt.“