Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat die Berliner Polizei nach Kritik im Zusammenhang mit einem rassistischen Angriff auf eine türkischstämmige 17-Jährige verteidigt. Die Polizei hatte den Angriff zunächst falsch dargestellt und in einer Pressemitteilung geschrieben, Auslöser des Konflikts sei gewesen, dass die Frau keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe. „Die Polizei hat zunächst auf erste Zeugenaussagen reagiert. Zeugen sehen oft nur einen kleinen Ausschnitt des Geschehens“, sagte die SPD-Politikerin dem Spiegel. Aber der Skandal sei nicht das Verhalten der Polizei, sondern der Vorfall.

„Ich verurteile diese abscheuliche Beleidigung zutiefst. Ausländerfeindlichkeit hat in unserer Stadt keinen Platz“, sagte Spranger. „Aber die Polizei hatte von Anfang an auch von einer rassistischen Beleidigung gesprochen. Das wurde in der Berichterstattung weggelassen.“ Auch die Berliner Zeitung hatte die ursprüngliche Darstellung der Polizei in einer Meldung übernommen, die rassistische Beleidigung aber erwähnt.

„Was der jungen Frau passiert ist, tut mir sehr leid“, sagte Spranger. „Klar ist, dass die Polizei selbstverständlich alle Maßnahmen unternehmen wird, um den Fall aufzuklären. Junge Frauen müssen in Berlin natürlich sicher sein, in Bahnen, in Bussen und im gesamten öffentlichen Raum.“

Die türkischstämmige 17-Jährige war nach ihrer Schilderung in Berlin-Prenzlauer Berg von drei Frauen und drei Männern rassistisch angepöbelt, verprügelt und getreten worden. In einem Video aus dem Krankenhaus berichtete sie teilweise weinend von dem Vorfall: „Ich wurde gestern zusammengeschlagen, weil ich Ausländerin bin.“ Sie habe um Hilfe gerufen, aber trotz vieler Menschen in der Umgebung habe niemand eingegriffen. Das Video wurde im Internet millionenfach aufgerufen.

„Solche Fälle sind in erster Linie erschütternd, und sie dürfen nicht passieren“, sagte die Innensenatorin zu dem rassistischen Angriff. „Ich habe direkt nach meinem Antritt Projekte für mehr Sicherheit in Berlin angestoßen.“ Unter anderem solle mehr Polizei auf der Straße zu mehr Sicherheit für Frauen beitragen.