Eine Ratte.
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DissenKot, Fellreste, Nester: In einem Fleisch-Kühlhaus im niedersächsischen Dissen haben monatelang Ratten gehaust. Bei einer Routinekontrolle im Juni stießen die Behörden auf einen massiven Rattenbefall, wie das Haller Kreisblatt berichtet. Erste Hinweise auf die Nagerplage gab es demnach bereits im Januar. Der Betrieb habe seine EU-Zulassung am 24. Juni zurückgegeben. In dem Kühlhaus der Nagel Transthermos GmbH hatte vor allem die Firma LVD Fleisch GmbH aus Dissen Fleisch zerlegt und behandelt. Laut der Zeitung lagerten dort aber auch Waren der Tönnies-Gruppe. 

Auf Nachfrage des Haller Kreisblatts sagte der Sprecher der Tönnies-Gruppe, André Vielstädte, dass das Kühlhaus „sporadisch in einem geringen Umfang für beispielsweise die Lagerung von Waren“ genutzt worden sei. Nach einer ersten Information am 12. Juni durch den Kreis Gütersloh habe man die im Zugriff befindlichen Waren in diesem Zusammenhang gesperrt, so Vielstädte. Eine Mitteilung über einen Rattenbefall sei Tönnies am 3. Juli 2020 vom Landkreis Osnabrück zugegangen.

Laut dem Verwaltungsgericht Osnabrück wurden Kotpillen, Laufwege, Fellreste und Anzeichen für Nestbau der Ratten in einem Umfang gefunden, der auf eine sehr große Rattenpopulation hindeute. Maßnahmen zu deren Bekämpfung hätten bisher keinen Erfolg gezeigt, die Ratten „bevölkerten“ das gesamte Gebäude. Das Gericht bestätigte laut einer Mitteilung vom Mittwoch Anordnungen des Landkreises, das dort gelagerte Fleisch vernichten zu lassen. Gegen die Anordnung hatten neben dem verarbeitenden Betrieb auch das benachbarte, abnehmende Unternehmen einen Eilantrag eingereicht. Beide geben die Menge der betroffenen Ware mit 400 Tonnen an.