Berlin - Weil sie einen 57 Jahre alten Hausbesitzer bei einem Einbruch in Berlin-Wannsee getötet haben sollen, stehen drei Männer vor dem Landgericht der Hauptstadt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem mutmaßlichen Raubmord aus. Für zwei der 27- bis 31-jährigen Angeklagten kündigten ihre Verteidiger zu Prozessbeginn am Donnerstag Aussagen zu einem späteren Zeitpunkt an.

Die drei Angeklagten sollen in der Nacht zum 23. März 2021 über die Terrassentür in das Reihenhaus des 57-Jährigen eingebrochen sein. Sie hätten angenommen, der Mann verfüge über erhebliches Vermögen, heißt es in der Anklage. Als sie vom Hausbesitzer überrascht worden seien, soll einer der Täter „in Übereinstimmung“ mit den mutmaßlichen Komplizen unter anderem mit einer Druckluftpistole auf ihn eingeschlagen haben. Der 57-Jährige sei noch in seinem Haus an den schweren Kopfverletzungen gestorben.

Raubmord in Wannsee: Tresor nicht gefunden

Die Angeklagten – einer mit türkischer, einer mit bosnisch-herzegowinischer und der dritte mit nordmazedonischer Staatsbürgerschaft – hätten die Räume durchsucht und Uhren, Schmuck sowie 150 Euro Bargeld erbeutet, heißt es weiter in der Anklage. „Den Tresor, zu dem sie den Schlüssel fanden, entdeckten sie trotz Einwirkung auf den Geschädigten nicht“, so die Anklage.

Anwohner hatten am nächsten Morgen bei dem Haus im Damsdorfer Weg die gewaltsam geöffnete Terrassentür bemerkt und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden im Haus den Toten.

Rund eine Woche nach dem Verbrechen wurden zwei der Verdächtigten festgenommen. Der dritte Angeklagte befindet sich seit Mai in Untersuchungshaft. Einer der Männer habe sich gegenüber der Polizei zu den Vorwürfen geäußert, hieß es am Rande der Verhandlung. Zehn weitere Prozesstage bis zum 21. Dezember sind bislang terminiert.