Eine Aufnahme der Sonne, die der „Solar Orbiter“ machte.
Foto:
ESA Solar Orbiter/EUI Team (Esa & Nasa); CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL/via AP

BerlinForscher sind begeistert: Die Raumfahrtmission „Solar Orbiter“ hat kein halbes Jahr nach dem Start in Richtung Zentrum des Sonnensystems erste Bilder von der Sonne geschickt. Am Donnerstag wurden die Fotos bei einer virtuellen Präsentation gezeigt. Darauf zu sehen sind eine Art brodelnder Lagerfeuer, die auch einen Eindruck von den immensen Temperaturen vermitteln. Von der Erde aus kann dies den Wissenschaftlern zufolge nur millionen- oder milliardenfach kleiner beobachtet werden.

Der „Solar Orbiter“.
Illustration: European Space Agency/AFP

„Obwohl dies nur die ersten Bilder sind, können wir bereits interessante neue Phänomene sehen“, sagte Daniel Müller, Projektwissenschaftler der europäischen Raumfahrtbehörde Esa laut der Deutschen Presse-Agentur. Einzigartig seien die Bilder auch, weil bislang keine Mission Aufnahmen von der Sonne aus einer derart geringen Entfernung gemacht habe, ergänzte Müller. Nur 77 Millionen Kilometer, quasi der halbe Weg zwischen Erde Sonne, war der Orbiter beim Fotoshooting entfernt.

Die Sonne, aufgenommen vom „Solar Orbiter“.
Foto: Solar Orbiter/EUI Team (Esa & Nasa); CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL/via AP

Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Bildern Erkenntnisse, wie Sonnenwinde produziert werden und wie das Magnetfeld der Sonne funktioniert. Eine Hoffnung sei auch, dass man künftig Vorhersagen über Sonnenaktivitäten machen könne, sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, Sami Solanki.

Der Orbiter soll in weniger als zwei Jahren noch näher an die Sonne fliegen und den Stern dann aus 42 Millionen Kilometern erkunden.