Mitarbeiter der Steuerfahndung Berlin sind im Rahmen einer Durchsuchung auf einem Grundstück in Kleinmachnow unterwegs.
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BerlinDie Berliner Ermittlungsbehörden haben am frühen Dienstagmorgen mehrere Objekte durchsucht, die nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei einer arabischen Groß-Familie zugerechnet werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen des Verdachts des Betrugs, der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche. 18 Objekte in Berlin, Brandenburg und der Schweiz wurden von 300 Polizisten und der Steuerfahndung durchsucht. Darunter waren auch ein Bürokomplex in der Puderstraße in Treptow und eine Anwaltskanzlei in der Meinekestraße in Charlottenburg. Nach Informationen der Berliner Zeitung wurden auch Beweismittel auf dem Grundstück von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow gesichert.

Der 44-Jährige und seine drei Brüder müssen sich derzeit vor dem Landgericht verantworten. In dem Prozess geht es um versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Beleidigung zum Nachteil des Rappers Bushido. Das Verfahren soll Hinweise auf weitere Straftaten im Zusammenhang mit den Management-Leistungen Abou-Chakers innerhalb der Rapszene ans Licht gebracht haben. Die Ermittlungen wegen des Steuerbetrugs und der Geldwäsche richten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft ebenfalls gegen vier Beschuldigte, die teilweise dem Bereich der Organisierten Kriminalität zugeordnet werden. Es gehe es um Managerhonorare in der Rapper-Szene, woraufhin die Staatsanwaltschaft Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro vorläufig sichergestellt hat. Festnahmen habe es zunächst keine gegeben.

„Die heutigen Maßnahmen sind wichtig, denn der Rechtsstaat muss immer weiter dranbleiben, um den Sumpf trockenzulegen. Clans wie die Abou-Chakers haben in den letzten Jahren viel illegales Geld in den legalen Kreislauf gespeist, mit Drogengeschäften, Schutzgelderpressung und anderen kriminellen Einnahmequellen Immobilien und andere Luxusgüter finanziert“, erklärte Norbert Cioma, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Berliner GdP-Chef Cioma spricht von „Geldwäscheparadies“

Cioma machte deutlich, dass die Organisierte Kriminalität härter bekämpft werden müsse. „In unserem Geldwäscheparadies werden jährlich mehr als 100 Milliarden Euro reingewaschen. Um dem endlich einen Riegel vorzuschieben, brauchen wir eine personelle und technische Aufstockung bei den zuständigen Behörden sowie die vollständige Umkehr der Beweislast bei der Vermögensabschöpfung.“ (lex)