Razzia in Berlin: Polizei stürmt Wohnungen und Verstecke von Drogenbande

Der Berliner Polizei ist ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel in der Hauptstadt gelungen. Im Fokus der Ermittlungen stehen neun Verdächtige.

Ein Berliner Polizist sichert eine Razzia ab (Archivbild). 
Ein Berliner Polizist sichert eine Razzia ab (Archivbild). Imago/F. Boillot

Die Berliner Polizei hat bei einer großangelegten Razzia etliche Kilogramm Drogen gefunden. Laut Behördenangaben wurden am Dienstag bei Durchsuchungen etwa 86 Kilogramm Haschisch, 16 Kilogramm Marihuana, 200 Gramm Kokain und etwas mehr als 300.000 Euro Bargeld sowie fünf Autos und Schmuck im Wert von circa 45.000 Euro beschlagnahmt. Auch Waffen wie ein Karabiner und eine Machete wurden gefunden. Ermittler waren der neunköpfigen Bande schon länger auf der Spur.

Der Zugriff erfolgte am frühen Morgen: Rund 200 Polizisten durchsuchten in den Bezirken Tempelhof, Mitte, Köpenick, Weißensee, Karow, Reinickendorf, Hohenschönhausen, Alt-Treptow, Friedrichshain und Schöneberg 15 Gebäude nach Beweismitteln.

Encrochat: Berliner Polizei nimmt immer mehr Drogendealer hoch

Dabei trafen die Einsatzkräfte auch auf einen 42-jährigen Drahtzieher, gegen den ein offener Haftbefehl wegen Drogenhandels in 21 Fällen sowie wegen des Einführens von Betäubungsmitteln vollstreckt werden konnte. Dem Mann wird zur Last gelegt, von November 2019 bis Mai 2020 mit bis zu 4 Kilo Kokain, 60 Kilo Marihuana und 200 Kilo Haschisch gedealt zu haben. Nach Angaben der Polizei ergaben sich die Mengen aus der Auswertung des Messengerdienstes Encrochat. Dies führte anschließend zum Erlass des Haftbefehls und zu zahlreichen Durchsuchungsbeschlüssen.

Nach der Zerschlagung von Encrochat und Sky ECC häufen sich die Ermittlungsverfahren. Die Behörden schöpfen Millionen an Drogengeldern ab. Mittlerweile werden in Berlin täglich mutmaßliche Drogenhändler ermittelt, die über den verschlüsselten Kommunikationsanbieter ihre Geschäfte eingefädelt hatten.