Berlin/BochumDer Polizei ist in mehreren Bundesländern gleichzeitig ein Schlag gegen den Drogenhandel gelungen. Bei einer großangelegten Razzia unter anderem in Berlin und Brandenburg hat die Bochumer Polizei am Dienstag neun Haftbefehle vollstreckt. Die Täter sollen unter anderem Strukturen eines arabischstämmigen Clans genutzt haben, um international mit Kokain zu handeln, wie die Staatsanwaltschaft Bochum mitteilte. 

Seit 2019 ermittelten die Bochumer demnach in einem aufwendigen Verfahren gegen neun Männer im Alter zwischen 21 und 51 Jahren. Sie sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Das Kokain stamme aus Brasilien und sei über Bochum deutschlandweit vertrieben worden, hieß es. Dabei seien vor allem die familiären Clanstrukturen genutzt worden.

Die Spur der Ermittler führte auch nach Schönefeld und Hohen Neuendorf 

Am frühen Dienstagmorgen hatten mehr als 500 Beamte an etwa 20 Orten in mehreren Bundesländern zahlreiche Wohnungen und Gewerberäume durchsucht. Ein Schwerpunkt sei das Ruhrgebiet gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Hier kam es in Bochum, Dortmund und Selm zu Einsätzen. Durchsucht wurde auch in Bremen, Berlin, Stuttgart und Aalen in Baden-Württemberg sowie Schönefeld und Hohen Neuendorf in Brandenburg. Es seien unter anderem Bargeldsummen in sechsstelliger Höhe, hochwertiger Schmuck und Goldbarren, Waffen und geringe Mengen Rauschgift sichergestellt worden. Die gefundenen Handys und Datenträger werden ausgewertet.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin gab es bei den von Bochum geführten Ermittlungen keinen Bezug zur Razzia am Dienstagmorgen wegen des Juwelenraubs im Dresdener Grünen Gewölbe