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Bamberg/BerlinIm Rahmen einer bundesweiten Razzia sind bereits am Dienstag auch in Brandenburg und Berlin Wohnungen sowie Büros von Nutzern des illegalen Internet-Handelsplatzes crimenetwork.co durchsucht worden.

Insgesamt vollstreckte die Polizei deutschlandweit Haftbefehle gegen elf Tatverdächtige und nahm weitere 32 Menschen vorläufig fest. Die bei der Razzia eingesetzten mehr als 1400 Polizisten beschlagnahmten diverse Waffen, Drogen, Computer, Geld und Datenmengen von mehr als 300 Terabyte, wie die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelte federführende Zentralstelle Cybercrime Bayern am Mittwoch mitteilte.

Laut dem Landeskriminalamt Brandenburg richtete sich der Einsatz auch gegen zehn Beschuldigte aus den Landkreisen Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland und Uckermark sowie den Städten Brandenburg an der Havel, Cottbus und Potsdam. Insgesamt 78 Beamte waren daran beteiligt. Am Montag hatten Brandenburger Spezialeinheiten einen der Hauptbeschuldigten in Berlin festgenommen. Dem 29-jährigen Brandenburger werden mehr als 1500 Straftaten angelastet. In seinem Büro in Berlin-Mitte wurde hochwertige PC-Technik sichergestellt. Er sitzt seit Dienstag in Cottbus in Untersuchungshaft.

Den Angaben der Polizei zufolge wurden auf crimenetwork.co illegale Waren und Dienstleistungen aller Art angeboten. Bereits vor gut einem Jahr – Ende Mai 2019 – sei der 26 Jahre alte Administrator des Forums bei der Einreise nach Deutschland festgenommen worden, zeitgleich habe das Landeskriminalamt Brandenburg das Forum beschlagnahmt. Seit August vergangenen Jahres habe dann eine mehrere Bundesländer übergreifende Gruppe gegen Nutzer der Plattform ermittelt.

Den Erkenntnissen der Polizei zufolge liegt der nahezu ausschließliche Zweck des Forums im Handel und Austausch von Informationen, Daten, Werkzeugen und Waren, die entweder direkt aus Straftaten stammen oder der unmittelbaren Begehung weiterer Straftaten dienen. Außerdem sei es als Handelsplatz für Drogen, Falschgeld oder illegal beschaffte Konten- und Kreditkartendaten sowie den Verkauf und Kauf von Hieb- und Stichwaffen genutzt worden.