Mehr als 40 Jahre nach dem Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan sind die letzten verbleibenden gerichtlichen Auflagen für den Schützen John Hinckley aufgehoben worden. Ein Bundesrichter urteilte, dass Hinckley nach jahrzehntelanger Behandlung und psychologischer Betreuung keine Gefahr mehr für die Gesellschaft darstelle und dass der 67-Jährige ab dem 15. Juni aus jeglicher richterlicher Kontrolle entlassen werden könne.

Hinckley hatte Reagan am 30. März 1981 vor einem Hotel in Washington niedergeschossen. Der Präsident, sein Sprecher James Brady und zwei Sicherheitsbeamte erlitten bei dem Anschlag schwere Verletzungen. Als Motiv für seine Tat gab Hinckley an, er habe die Aufmerksamkeit der Schauspielerin Jodie Foster erregen wollen. Im Prozess erklärte ein Schwurgericht den Attentäter im Juni 1982 für unzurechnungsfähig und wies ihn in die Psychiatrie ein.

Hinckley wurde 2016 mit Auflagen aus Klinik entlassen

Im September 2016 wurde Hinckley aus der Klinik entlassen. Seitdem galten für ihn strenge Auflagen. Unter anderen war es ihm verboten, sich weiter als 80 Kilometer vom Wohnort seiner Mutter zu entfernen. Zudem durfte er nirgendwohin reisen, wo sich zu selben Zeit ein US-Präsident, dessen Vize oder Kongressmitglieder aufhalten. Außerdem durfte er weder direkt noch indirekt mit Jodie Foster und ihren Verwandten sowie den Nachkommen von Ronald Reagan in Kontakt treten.

Laut Gerichtsdokumenten ist Hinckleys geistiger Zustand nun „stabil“. „Wenn er nicht versucht hätte, einen Präsidenten zu töten, hätte man ihm schon vor langer, langer Zeit volle Freiheit gewährt“, hatte ein Richter bereits vergangenen September festgestellt.