Dresden - Rund drei Jahre nach den Rädelsführern der rechtsextremen Gruppe Freital sind weitere Akteure wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt worden. In zwei Fällen setzte der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden die Freiheitsstrafen zur Bewährung aus, ebenso die sechs Monate für eine Unterstützerin. Ein 27-Jähriger war nach Überzeugung der Richter an Anschlägen auf das Auto eines Linke-Stadtrats und ein -Parteibüro in Freital bei Dresden beteiligt – er bekam zweieinhalb Jahre ohne Bewährung. Vom Vorwurf der Beihilfe zum Sprengstoffanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft wurde er freigesprochen. Die Urteile  sind bisher nicht rechtskräftig.

Des Weiteren erhielt ein 53-Jähriger wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Sachbeschädigung eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, genauso wie ein 31-Jähriger wegen Sachbeschädigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Für letztere Straftat bekam eine 31-Jährige, die damals mit einem der bereits verurteilten Haupttäter verlobt war, ein halbes Jahr auf Bewährung.

Die Rechtsterroristen hatten von Sommer bis Anfang November 2015 in Freital und Umgebung Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende verübt, um diese einzuschüchtern, die Aufnahme von Flüchtlingen zu verhindern oder diese zu vertreiben. Sieben Männer und eine Frau wurden im März 2018 zu teils langen Freiheitsstrafen verurteilt, zum Teil wegen versuchten Mordes oder Beihilfe dazu. Seit dem 4. Februar läuft ein dritter Prozess zu dem Komplex, angeklagt sind zwei Männer und eine Frau.