Rechtsextremismus: MAD untersucht Fälle in Eliteeinheit 

Ermittelt wird wegen Verdachtsmomenten gegen einen Offizier und einen Unteroffizier des KSK. Es geht um Whatsapp-Bilder und das Anbringen der Reichsflagge. 

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sitzen bei einer Vorführung in einem Helikopter (Archivbild).
Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sitzen bei einer Vorführung in einem Helikopter (Archivbild).Imago/Björn Trotzki

Berlin-Der Militärische Abschirmdienst (MAD) untersucht zwei mehrere Jahre zurückliegende Verdachtsfälle wegen Rechtsextremismus in der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK). Ermittelt werde gegen einen Offizier sowie einen Unteroffizier, hieß es am Sonntag aus Sicherheitskreisen, nachdem die Bild am Sonntag zuerst berichtet hatte.

So soll ein KSK-Oberstabsfeldwebel bereits 2015 während einer Ausbildung die schwarz-weiß-rote Reichsflagge neben der Bundesflagge angebracht oder nichts dagegen unternommen haben, lautet ein Vorwurf. Zudem wird ein Leutnant beschuldigt, im Jahr 2014 eine „geringe Zahl“ von Bildern mit einem rechtsextremen Hintergrund über Whatsapp verbreitet zu haben. Ob beide Fälle strafrechtlich relevant sind, wird noch geprüft. Die Fälle waren im September gemeldet worden.

Mustererlass gegen das Zeigen von Reichsfahnen

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten – allerdings im Juni dieses Jahres – einen Mustererlass vorgelegt, um einheitlich gegen das Zeigen von Reichsfahnen und Reichskriegsflaggen aus der Kaiser- und NS-Zeit in der Öffentlichkeit vorzugehen. Ein Grund für die neue Bewertung: Die Fahnen werden nach Auffassung der Innenminister vermehrt von rechtsextremistischen Gruppen als Symbol und Ersatz für die verbotene Hakenkreuzfahne genutzt.