Berlin - Die Tierschutzorganisation PETA und der bekannte deutsche Forensiker Dr. Mark Benecke nehmen einen Fall von mutmaßlichem Kannibalismus zum Anlass, um für vegane Ernährung zu werben. Allen, bei denen Kannibalismus Entsetzen auslöst, schlägt Benecke in einer Pressemitteilung vor, „sich pflanzlich zu ernähren“. 

Zum Hintergrund: Im September 2020 soll der Mathematiklehrer Stefan R. einen Mord mit kannibalistischem Motiv begangen haben. Das Opfer: der Monteur Stefan T., mit dem R. sich auf einem Datingportal zum Sex verabredet haben soll. Man entdeckte seine Knochen später in einem Park in Berlin-Pankow. Stefan R. steht inzwischen vor Gericht. Der gegen ihn erhobene Vorwurf lautet: R. wollte „durch die Tötung geschlechtliche Befriedigung suchen und Teile der Leiche verspeisen.“ Auf diesen Fall bezieht sich nun Benecke.

Benecke: „Wir wollen verdrängen, dass wir ebenfalls Lebewesen essen“

„Dass wir Kannibalismus als das Schlimmste, was es gibt, ansehen, hat mehr mit unserem eigenen Bedürfnis nach Abgrenzung als dem Schrecken der Sache zu tun: Wir wollen verdrängen, dass wir ebenfalls Lebewesen essen. Tiere essen und Menschen essen – vernünftig betrachtet besteht zwischen beidem kein Unterschied“, so Beneke weiter. Zuspruch findet der Kriminalbiologe bei der Tierschutzorganisation PETA, mit der er schon häufiger für Fleischverzicht-Kampagnen kooperierte

„Allein in Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 800 Millionen Lebewesen qualvoll ‚hergestellt‘ und getötet, nachdem sie ihr Leben unter fürchterlichen Bedingungen in Zucht- und Mastbetrieben verbracht haben und am Ende voller Panik in engen Transporten ihrem Tod entgegenfahren“, heißt es in der Pressemitteilung.