Wien - Der rechtsradikale Rapper „Mr. Bond“ ist im österreichischen Kärnten aufgespürt und festgenommen worden. Der 36-jährige Österreicher, dem es bisher gelungen war, seine Identität zu verschleiern, hatte seit 2016 im Internet und auf CDs antisemitische, rassistische und die Nazi-Zeit verherrlichende Songs veröffentlicht, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag in Wien sagte.

Die Lieder seien in der rechtsextremen Szene äußerst beliebt gewesen. So habe der Attentäter von Halle bei seinem Anschlag eine Nummer von „Mr. Bond“ gehört. Der Rapper soll auch das Hasspamphlet des Attentäters von Christchurch übersetzt und veröffentlicht haben.

Die Terrorismusbekämpfung ermittelt gegen den Rapper

Nach Ermittlungen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und der Verfassungsschützer in Kärnten sei der Rapper bereits am 20. Januar festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ihm werden die Verbreitung von NS-Gedankengut sowie Verhetzung vorgeworfen. Dem 36-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm laut Innenministerium Waffen, eine Reichskriegsfahne, NS-Devotionalien und Liedtexte sichergestellt. Für seine Songs verwendete der Kärntner Musiktitel anderer Interpreten. Deshalb drohen ihm auch Konsequenzen wegen Urheberrechtsverletzungen.

Musik und Konzerte spielen heute eine zentrale Rolle in der Neonazi-Szene, auch bei der Rekrutierung Jugendlicher. „Einschlägige Musik kann (...) oftmals auch als Einstieg in das Milieu dienen. Darüber hinaus sind Konzertveranstaltungen geeignet, zur Finanzierung der Szene erheblich beizutragen“, steht unter anderem im Verfassungsschutzbericht 2019.