Reemtsma-Entführer Thomas Drach nach Deutschland ausgeliefert

Der 60-Jährige soll mehrere Geldtransporter ausgeraubt haben. Aus Sorge vor gewaltsamen Flucht- und Befreiungsversuchen wird er ständig streng bewacht.

Der Eingangsbereich der Justizvollzugsanstalt Ossendorf. Der frühere Reemtsma-Entführer und mutmaßliche Räuber Thomas Drach ist von den Niederlanden an Deutschland ausgeliefert und in Köln inhaftiert worden. 
Der Eingangsbereich der Justizvollzugsanstalt Ossendorf. Der frühere Reemtsma-Entführer und mutmaßliche Räuber Thomas Drach ist von den Niederlanden an Deutschland ausgeliefert und in Köln inhaftiert worden. dpa/Oliver Berg

Köln- Der wegen mehrerer bewaffneter Überfälle auf Geldtransporter gesuchte Reemtsma-Entführer Thomas Drach ist aus den Niederlanden nach Deutschland ausgeliefert worden. Der 60-Jährige traf am Dienstag mit einem Polizeihubschrauber in der Kölner Justizvollzugsanstalt ein, wie ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dort sitzt er nun in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt gegen Drach wegen dreier bewaffneter Raubüberfälle auf Geldtransporter. Gegen ihn lag ein europaweiter Haftbefehl vor, vor rund elf Wochen wurde er in den Niederlanden gefasst. In der vergangenen Woche verfügte ein Gericht in Amsterdam Drachs Auslieferung nach Deutschland. Der Zeitpunkt blieb dabei zunächst allerdings noch offen.

Thomas Drach: Einer der gefährlichsten Schwerverbrecher Deutschlands

Drach wird zu den gefährlichsten Schwerverbrechern Deutschlands gerechnet. Sein Name ist untrennbar mit der Entführung des Mäzens Jan Philipp Reemtsma 1996 verbunden. Für die Tat wurde Drach 2000 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, aber noch während seines Gefängnisaufenthalts wurde er wegen versuchter Anstiftung zur Erpressung erneut verurteilt. Im Oktober 2013 kam er frei.

Thomas Drach im Jahr 2000 (Archivbild).
Thomas Drach im Jahr 2000 (Archivbild).imago

Drach gilt insgesamt als hochkriminell sowie bestens vernetzt im internationalen kriminellen Milieu. Aus Sorge vor gewaltsamen Flucht- und Befreiungsversuchen wird er ständig streng bewacht. Das von Drach und seinen Komplizen bei der Reemtsma-Entführung erbeutete Lösegeld in Höhe von umgerechnet rund 17,5 Millionen Euro tauchte bis heute größtenteils nicht wieder auf.