Jeffrey Epstein (Mitte) starb im August 2019 im Alter von 66 Jahren in einem New Yorker Gefängnis. 
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New YorkDie New Yorker Finanzaufsicht hat die Deutsche Bank zu einer Strafe von 150 Millionen Dollar verurteilt. Das New York State Department of Financial Services warf der Bank erhebliche Regelverstöße in Zusammenhang mit ihren Geschäftsbeziehungen zu dem mittlerweile verstorbenen US-Unternehmer Jeffrey Epstein vor, meldet AFP. Demnach sei Deutschlands größtes Geldhaus seiner Verantwortung nicht nachgekommen, Verbrechen durch die Überprüfung von Kunden vorzubeugen. 

Im Fall Epsteins wiege dies besonders schwer, da dessen „furchtbare kriminelle Vorgeschichte“ bekannt gewesen sei. Die Bank habe es „auf unerklärliche Weise“ versäumt, verdächtige Transaktionen in Millionenhöhe festzustellen oder zu verhindern. Die New York Times führte Details dazu auf: „Zahlungen an mutmaßliche Mitverschwörer. Überweisungen an russische Models. Eine Barabhebung von 100.000 Dollar für Trinkgelder und Haushaltsausgaben“. Als Jeffrey Epstein diese Gelder transferierte, habe die Deutsche Bank „nicht viele Fragen“ gestellt.

„Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen“, teilte die Deutsche Bank jetzt mit. Das Unternehmen erkenne die festgestellten Schwächen in ihren Prozessen an und habe aus den Fehlern gelernt. Man bedauere die „Verbindung zu Epstein zutiefst“. 

Die Deutsche Bank hatte bereits im Juli 2019 erklärt, eine gründliche Prüfung ihrer Geschäftsbeziehungen zu Epstein durchzuführen. Das Geldhaus reagierte damals auf einen Bericht des Wall Street Journal. Darin hieß es, die Deutsche Bank habe Epstein mehrere Jahre lang bei der Verwaltung von Millionen von Dollar über Dutzende von Bankkonten hinweg geholfen.

Epstein war wegen Misshandlung minderjähriger Mädchen angeklagt worden, er starb im vergangenen August im Alter von 66 Jahren in einem New Yorker Gefängnis. Epstein hatte bereits 2008 eine Haftstrafe wegen Prostitution Minderjähriger erhalten.