Berlin - Das Brandenburger Tor in Berlin wird während der EM-Begegnung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in München gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben erstrahlen. Das teilte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Dienstagabend mit. „Die Stadt hat heute ein wichtiges Signal gegen jegliche Form von Homophobie gesetzt: Berlin wird zum Deutschlandspiel am Mittwoch das Olympiastadion in den Regenbogenfarben erstrahlen lassen.“

Die Stadt stehe für Freiheit und Weltoffenheit. „Ausgrenzung und Diskriminierung hat hier keinen Platz“. Das Brandenburger Tor wird demnach aber nicht illuminiert.

Das Berliner Olympiastadion wird am Mittwoch bunt beleuchtet werden. „Wir machen da gerne mit, weil wir uns für Toleranz und Menschenrechte einsetzen“, sagte Christoph Meyer, Sprecher der Olympiastadion GmbH, am Dienstag. Angesichts des UEFA-Verbots für eine bunte Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben hatten die Stadionbetreiber in Frankfurt am Main und Köln zuvor ähnliche Schritte angekündigt. Weitere Stadien schlossen sich an, darunter auch die Alte Försterei, die Heimspielstätte des Bundesligisten 1. FC Union Berlin.

Hintergrund des Protests ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.