„Regenbogenkiez“: CDU will Bahnhof Nollendorfplatz in Schöneberg umbenennen

Der Berliner Nollendorfplatz und der „Regenbogenkiez“ sind auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die CDU setzt sich nun für eine offizielle Namensänderung ein. 

Der U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin. Er soll nach Willen der örtlichen CDU einen neuen Zusatz im Namen bekommen.
Der U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin. Er soll nach Willen der örtlichen CDU einen neuen Zusatz im Namen bekommen.Imagebroker/imago

Die Berliner CDU im Bezirk Tempelhof-Schöneberg will die Haltestellen rund um den Nollendorfplatz umbenennen. Wie die Fraktion mitteilte, wurde nun der Namenszusatz„Regenbogenkiez“ offiziell beantragt. Die Ergänzung soll den Angaben zufolge sowohl die Bedeutung für die queere Gemeinschaft unterstreichen als auch den touristischen Anziehungspunkt „Regenbogenkiez“ markieren. 

Der queerpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Klaus Hackenschmied, erklärt dazu: „Eine Sichtbarmachung an den Haltestellen erleichtert nicht nur Touristen die Orientierung, sondern zeigt auch den Stolz auf unseren Kiez. Der Regenbogenkiez ist ein wichtiges Symbol für Vielfalt und Toleranz. Dies sollte tagtäglich sichtbar und im Fahrplan lesbar sein, so wie dies nachts bereits durch die Regenbogen-Beleuchtung der Kuppel der Fall ist.“

U-Bahnhof Nollendorfplatz: Umbenennung verschafft BVG Möglichkeiten

Dadurch wäre es den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auch ganzjährig möglich, die Flagge für Vielfalt zu hissen und entsprechende Hinweisschilder am Bahnhof anzubringen. Ähnliches sei laut Hackenschmied zuvor beim U-Bahnhof Kochstraße, der den Zusatz „Checkpoint Charlie“ trägt, geschehen. 

Dr. Carsten Buchholz, Mitglied im Ausschuss für Frauen-, Queer- und
Inklusionspolitik, will mit der Umbenennung außerdem „ein deutliches Zeichen für Akzeptanz und gegen Hass“ setzen. Besonders nun, da „queerfeindliche Übergriffe in Berlin zunehmen“. 

Der Nollendorfplatz und der umliegende „Regenbogenkiez“ in Berlin ist seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein Treffpunkt für die Lesben- und Schwulenszene der Hauptstadt. Im Zentrum liegt dabei der U-Bahnhof Nollendorfplatz, um den sich entsprechende Kneipen- und Szenegeschäfte befinden. 

Wie der Nollendorfplatz zu seinem Namen kam

Von Maritta Adam-Tkalec

15.02.2018

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