Der britische Premierminister Boris Johnson.
AFP/Eddie Mulholland

LondonAm Montag verhandelt Großbritannien erneut mit der EU. Der Beauftragte der EU-Kommission für die Verhandlungen Michel Barnier, reist zwar nicht nach London, nimmt aber an Gesprächen teil. Trotzdem bereitet sich die britische Regierung auf ein Ausscheiden ohne Abkommen vor.

Rund 200.000 Händler in Großbritannien sollen in einem Schreiben über neue Zoll- und Steuervorschriften informiert werden. „Die Uhr für die Unternehmen tickt“, sagt der Kabinettsminister Michael Gove. 

Die Verhandlungen um ein Abkommen stocken bereits seit Monaten, es bleiben nur noch wenige Wochen um sich zu einigen. „Die Gespräche sind vorbei“, sagte ein Sprecher von Premierminister Johnson. Der britische Regierungschef wirft der EU vor, nicht seriös zu verhandeln. Johnsons Aussagen stoßen auf Kritik: Schottlands Regierungschefin Nicole Sturgeon gibt an, sie sei „frustriert und traurig über die Aussicht auf einen No-Deal-Brexit nach der Übergangsphase Ende Dezember.“ Londons Bürgermeister Sadiq Khan fordert die Regierung auf Twitter auf, die Übergangsphase aufgrund der Corona-Krise zu verlängern.

Großbritannien trat zum 1. Februar 2020 aus der EU aus. Zum Ende des Jahres wird die Übergangsfrist beendet, in der Großbritannien noch nach EU-Regeln operiert. Verhandlungen zu einer Zukunft nach dem Brexit blieben bisher ohne Ergebnis.