Es ist schwer vorstellbar, dass Winfried und Barbara Junge außer ihrer 1961 begonnenen Langzeitdokumentation „Die Kinder von Golzow“ auch noch einen James-Bond gedreht hätten. Dieser Art aber war die Vielseitigkeit des britischen Filmregisseurs Michael Apted. Sein wichtigstes Werk war die Dokumentation „Up“, zu der er im Grunde zufällig kam, ohne die er aber möglicherweise kein Regisseur geworden wäre.

Der 1941 in der mittelenglischen Kleinstadt Ailesbury geborene Apted hat Jura und Geschichte in Cambridge studiert, fing dann aber als Rechercheur bei dem Fernsehsender Granada Television an. Für ein Projekt des Regisseurs Paul Almond half er Anfang der 1960er-Jahre bei der Suche nach 14 Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen, alle sieben Jahre alt, die Almond dann porträtierte. Es sollte eine einmalige Sache sein, aber sieben Jahre später nahm Michael Apted den Faden wieder auf und sprach mit den inzwischen 14-jährigen Teenagern. Dann kamen „21 Up“, „28 Up“ und so weiter. 50 Jahre lang hat er sich diesem Projekt gewidmet, ließ die Menschen aus ihrem Leben erzählen, zuletzt erschien 2019 „63 Up“.

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