PotsdamDie Zahl der Ansteckungen mit dem Corona-Virus innerhalb eines Tages hat in Brandenburg einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag haben sich 422 Menschen mit dem Virus infiziert. Am Donnerstag waren es 341 bestätigte Neuinfektionen, am Mittwoch 238 Ansteckungen. Die Zahl der Erkrankten stieg um 269 auf 2642. 204 Patienten werden wegen Covid- 19 im Krankenhaus behandelt, 23 von ihnen werden intensivmedizinisch beatmet.

Damit sind seit März 8071 Fälle im Land erfasst. Bislang starben in Brandenburg 199 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19, zwei mehr als einen Tag zuvor. Als genesen gelten 5230 Menschen - 151 mehr als am Vortag.

Bis auf die Kreise Märkisch-Oderland (30,7) und Oder-Spree (46,4) gelten alle Landkreise und kreisfreien Städte nun als Risikogebiete mit einem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Im Landkreis Elbe-Elster stieg der Wert auf den Höchstwert 125,7, gefolgt vom Kreis Spree-Neiße (122,2) und Cottbus (106,3). Für ganz Brandenburg liegt dieser Wert bei 67,5.

Ab einem Wert von 50 gelten besonders starke Begrenzungen bei Veranstaltungen und privaten Feiern. Zudem sind Kontakte im öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen oder einen Hausstand beschränkt.

Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Bürger und Unternehmen zur Unterstützung beim geplanten Teil-Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie aufgerufen. „Die verabredeten Maßnahmen sind hart, aber sie sind notwendig, und sie sind auch verhältnismäßig“, betonte Woidke am Freitag in der Sondersitzung des Landtags vor den Entscheidungen des Kabinetts zu den neuen Corona-Beschränkungen. Hart seien die Kontaktbeschränkungen für alle Bürger und die Schließung der Betriebe in der Gastronomie sowie der Freizeit- und Kultureinrichtungen, sagte Woidke. Die betroffenen Branchen würden aber angemessen finanziell unterstützt.

Die Pandemie könne aber nur wirksam bekämpft werden, wenn es eine große Akzeptanz der Beschränkungen in der Bevölkerung gebe, betonte der Regierungschef. Nur so habe man im Frühjahr die erste Pandemie-Welle brechen können. „Gemeinsam schaffen wir das auch jetzt - gemeinsam brechen wir auch die zweite Welle“, erklärte Woidke.