Formel 1-Fahrer Sebastian Vettel wünscht sich Tempolimit

Der Grünen-Wähler zeigt sich enttäuscht über die nicht erfolgte Umsetzung. Ein Fan der Ampel-Koalition sei er trotzdem noch, so Vettel.

Der Rennfahrer Sebastian Vettel hätte sich ein Tempolimit gewünscht.
Der Rennfahrer Sebastian Vettel hätte sich ein Tempolimit gewünscht.dpa/Bradley Collyer

Köln-In der Formel 1 kann es nicht schnell genug gehen, auf Deutschlands Autobahnen hätte Sebastian Vettel sich dagegen ein Tempolimit gewünscht. Und er ist nach der nicht erfolgten Umsetzung durchaus „enttäuscht“, sagte der bekennende Grünen-Wähler im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Das Tempolimit wäre ja ein easy win gewesen. Aber es wird so oder so kommen, glaube ich. Es ist nur eine Frage der Zeit.“

Wichtiger sei ohnehin, „dass das große Ganze vorankommt“, und hier setzt Vettel einige Hoffnungen in die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. „Toll finde ich die Einstellung der neuen Koalition: Wir sind unterschiedlicher Meinung, wir stehen für unterschiedliche Dinge, aber wir versuchen gemeinsam, einen neuen Weg zu gehen. Enttäuscht kann man erst sein, wenn man nach zwei, drei Jahren merkt, es hat sich nichts verändert.“

Vettel ist Fan der Ampel-Koalition

Vettel selbst hatte im vergangenen Jahr begonnen, sich lauter und entschiedener zu politischen und gesellschaftlichen Themen zu äußern, dies sei ein „natürlicher“ Prozess, der mit dem Älterwerden zusammenhänge.

Es müsse nun „wirklich etwas in Bewegung geraten, sich gekümmert und miteinander gesprochen und nach Lösungen gesucht werden. Dass sich die Parteien hier und da nicht geeinigt haben, das ist doch verkraftbar.“ Ein Fan der Ampel sei er, wenn diese wirklich für Veränderungen stehe: „Mir geht es wie vielen: Ich möchte nicht mehr warten, wir können uns das nicht mehr leisten. Deswegen versuche ich lieber, das Positive zu sehen, als zu sagen: alles nur Murks.“

Vettel fordert zudem mehr Mut zum Wandel von der Formel 1. Wenn sich die Formel 1 nicht weiter anpasse, laufe sie Gefahr, „innerhalb der nächsten zehn Jahre überholt zu werden oder gar zu verschwinden“. Der ab 2026 geplante Antrieb mit einem noch größeren Elektro-Anteil, betrieben zudem mit klimaneutralem Benzin, sei ein später, aber richtiger Schritt. „So flexibel sollten wir das generell handhaben in Mobilitätsfragen. Ich glaube nicht, dass das Elektro-Auto allein die Antwort sein kann oder das Wasserstoff-Auto oder der Verbrenner“, sagte Vettel: „Die Kombination aus bekannten Dingen und etwas Neuem, was vielleicht noch erfunden und entwickelt wird – das ist die Antwort.“ Die Formel 1 könne und müsse als Innovationstreiber helfen.