Der ukrainische Fotojournalist Maxim Lewin ist offenbar ermordet worden. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) soll Lewin am 13. März von russischen Soldaten getötet worden sein. Sein ebenso mutmaßlich ermordeter Freund und Bodyguard Oleksij Tschernyschow wurde vor seinem Tod möglicherweise misshandelt. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung des RSF.

„Der Mord an Maxim Lewin zeigt, wie rücksichtlos die russische Armee gegen Medienschaffende in der Ukraine vorgeht“, erklärte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. „Wir hoffen, dass unsere Untersuchung dabei hilft, die Täter zu identifizieren und juristisch zur Verantwortung zu ziehen. Den Hinterbliebenen gilt unser tiefempfundenes Mitgefühl.“

RSF entsandte Ermittler in die Ukraine

Maxim Lewin arbeitete unter anderem für die Nachrichtenagentur Reuters. Er verschwand am 13. März in einem umkämpften Wald 20 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Kiew. In dem Gebiet hatte er nach einer abgestürzten Fotodrohne gesucht, mit welcher er das Vorrücken der russischen Armee dokumentierte. Am 1. April wurden seine Leiche und die seines Freundes und Bodyguards Oleksij Tschernyschow gefunden.

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus der Umgebung von Kiew entsandte RSF zwei Ermittler in die Ukraine, um die genauen Umstände des Todes von Maxim Lewin zu untersuchen. Zwischen dem 24. Mai und dem 3. Juni sprachen Froger und Chauvel mit Angehörigen, Mitarbeitenden, Kolleginnen und Freunden Lewins.

Laut RSF deuten die Beweise darauf hin, dass Maxim Lewin und Oleksij Tschernyschow noch am Tag ihres Verschwindens, dem 13. März 2022, von russischen Streitkräften erschossen wurden. Die Ermittlungsergebnisse wurden den ukrainischen Behörden übergeben.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges wurden nach Angaben von RSF acht Medienschaffende in der Ukraine getötet und 14 weitere verletzt. Zuletzt wurde der französische Fernsehjournalist Frédéric Leclerc-Imhoff am 30. Mai von Schrapnellsplittern einer russischen Granate getötet.