Berlin - Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag in Berlin und Brandenburg zum Streik im Einzelhandel aufgerufen. Rund 500 Beschäftigte haben die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind einzelne Filialen der Unternehmen Ikea, Rewe, Kaufland, Galeria Karstadt Kaufhof, Edeka, Thalia, H&M, Primark sowie das Rewe-Lager in Mariendorf und das Kaufland-Lager Lübbenau, teilte die Gewerkschaft am Mittwochabend mit. Mit geschlossenen Geschäften muss nicht gerechnet werden, womöglich wegen der schwankenden Mitarbeiterzahl aber mit längeren Wartezeiten. 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäfte können am Vormittag auf dem Breitscheidplatz in der City West an einer zentralen Kundgebung teilnehmen. Hintergrund des Streiks ist die nächste Runde in den Tarifverhandlungen am kommenden Dienstag. Dabei will die Gewerkschaft 4,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Außerdem fordert sie einen Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde und dass die Wochenarbeitszeit auf 37 Stunden verkürzt wird.

„Am Donnerstag demonstrieren Berliner und Brandenburger Verkäuferinnen und Verkäufer erneut für einen fairen Tarifabschluss mit einem deutlichen Lohnplus. Auch regionale Themen, wie Laufzeit- und Arbeitszeitharmonisierung zwischen Ost-und West sind den Streikenden wichtig“, sagt Conny Weißbach, Verhandlungsführerin und Fachbereichsleiterin Handel Berlin-Brandenburg. Alle Beschäftigten bräuchten angesichts der steigenden Preise dringend eine Gehaltserhöhung. „Auch Verkäuferinnen müssen Rechnungen zahlen“, sagte Weißbach weiter. Die Erwartungshaltung der Streikenden sei eindeutig, sie wollen bei der nächsten Verhandlung am 19. Oktober 2021 einen guten Abschluss erzielen.

Zuletzt hatten sich bei einer Arbeitsniederlegung im Handel Mitte September etwa 700 Beschäftigte dem Aufruf Verdis angeschlossen. Die Versorgung war nicht gefährdet.